Montag, 17. August 2015

Rezension: Schau mir in die Augen, Audrey - Sophie Kinsella





Originaltitel: Finding Audrey
Autor: Sophie Kinsella
Übersetzt von: Anja Galic
Verlag: cbj
Preis: € 14,99 [D]
Einband: Klappbroschur
Seitenanzahl: 384
Reihe: -
Wertung: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥




Vor dem Buch: Jenny (19) - Hat noch nie etwas von Sophie Kinsella gelesen.

Nach dem Buch: Jenny (immer noch 19) - WIESO habe ich noch nicht mehr von der Autorin gelesen?!

Klappentext

Eine zauberhafte funkensprühende Familiengeschichte

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...

Meinung

Vor dem Buch: Jenny (19) - Hat noch nie etwas von Sophie Kinsella gelesen.
Nach dem Buch: Jenny (immer noch 19) - WIESO habe ich noch nicht mehr von der Autorin gelesen?!

In "Schau mir in die Augen, Audrey" geht es um Audrey und ihre mehr als durchgeknallte Familie.
Sie lebt zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern Frank und Felix in einer kleinen Stadt in England und bei ihr zu Hause wird es definitiv nie langweilig! Ihre Mutter ist auf dem Gesundheitstrip und glaubt alles was in der Daily Mail steht, ihr Vater äußert sich zu nichts und versucht größtenteils unsichtbar zu bleiben und ihr älterer Bruder Frank ist angeblich Computer-süchtig. Und Audrey? Audrey trägt immer eine Sonnenbrille.
Audreys Leben könnte schon anstrengend genug sein, allerdings hat auch sie mit einem Laster zu kämpfen, denn sie leidet unter einer Angststörung und kann niemanden in die Augen sehen. Generell hat sie Schwierigkeiten Kontakt mit anderen Menschen aufzubauen oder auch nur das Haus zu verlassen, weshalb sie von ihrer Therapeutin die Aufgabe bekommt einen kleinen Film über ihre Familie zu drehen. Von nun an nimmt Audrey alles auf was bei ihr zu Hause passiert und filmt dabei auch immer öfters Franks Freund Linus. Mit der Zeit überwindet sich Audrey immer mehr und freundet sich mit Linus an. Aber schon bald wird aus Freundschaft mehr.

Ich glaube, ich habe ein neues Lieblingsbuch!
Naja, "Es" wird nie etwas toppen, aber ich würde schon sagen, dass man das Buch als eines meiner neuen Lieblingsbücher bezeichnen kann. Es konnte mich von vorne bis hinten überzeugen und ich hatte unglaublich viel Spaß beim lesen. Anfangs war ich mir erst nicht so sicher ob das Buch meinen Geschmack treffen würde und ob es nicht eher was für Jüngere ist, aber im Nachhinein kann ich sagen, dass das Buch für alle Altersklassen geeignet ist.
Auf der einen Seite ist das Buch total lustig und humorvoll geschrieben, so dass man zwischendurch wirklich manchmal laut lachen muss, aber auf der anderen Seite spricht es auch ernste Themen wie Audrey Angststörung und Franks "Computersucht" an. Die Mischung aus den beiden Sachen schafft ein gelungenes Jugendbuch das man in einem Rutsch weg liest, da man es nicht mehr aus der Hand legen kann.

Audrey ist einer der sympathischsten Charaktere den ich in letzter Zeit begegnet bin.
Sie sieht alles sehr humorvoll und mit viel Witz. Im Grunde ist sie ein normale Teenager, wie alle anderen auch, allerdings ist sie ziemlich eingeschränkt durch ihre Angststörung. Nach einem bestimmten Vorfall an ihrer alten Schule lebt Audrey ziemlich zurückgezogen, geht nicht mehr zur Schule und verlässt auch nicht mehr das Haus. Sie hat das Vetrauen in Menschen verloren und jegliche Begegnung mit fremden Personen rufen bei ihr Panikattacken hervor. Das ist eigentlich schon Problem genug, wenn da nicht noch ihre Sonnenbrille wäre -Audreys wichtigstes Merkmal. Audrey trägt sie immer, egal ob Sonne oder Regen, ob sie zu Hause ist oder nicht; sie setzt die Brille nie ab. Sie kann seit dem Vorfall nämlich niemandem mehr in die Augen schauen, außer ihrem kleinen Bruder Felix. Ihre Familie könnte sie manchmal schon auf die Palme bringen, aber im Grunde hat sie auch eine liebe Seite und hilft ihr bei allem weiter, dass es ihr möglichst bald wieder besser geht. Audrey hat schon fast die Hoffnung aufgegeben, als Linus in ihr Leben tritt und ihr neuen Mut schafft -denn wenn man die rosarote Brille trägt, geht bekanntlich alles leichter ;)

Audreys Familie ist schon etwas, naja, sagen wir, sie hat nicht mehr alle Tassen im Schrank (oder auch nicht mehr alle Laptops im Haus), denn hier ist es normal, dass einfach mal ein Laptop aus dem Fenster geschmissen wird, weil in der Daily Mail steht, dass zu viel Computer spielen schädlich ist.
In dieser Familie geht es wirklich drunter und drüber und Audrey und Frank haben es nicht immer leicht mit ihren Eltern, aber langweilig wird es dafür auch nie.
Audreys älterer Bruder Frank könnte von morgens bis abends LOC spielen, aber er ist auch immer für sie da, wenn sie ihn braucht. Ich mochte ihn sehr gerne und ich muss gestehen, dass er mir bei dieser Mutter teilweise wirklich leid tat.

Als Linus das erste mal bei Audrey zu Hause auftaucht, bekommt sie erstmal eine Panikattacke.
Das ist ihr natürlich unglaublich peinlich, aber mit der Zeit nähern sich die beiden langsam immer mehr an, zuerst nur über Zettel-Kontakt, über Schuh-Kontakt, bis hin zu richtigen Gesprächen und Unternehmungen. Linus nimmt dabei unglaublich viel Rücksicht und scheint Audrey auch zu verstehen,
Ich mochte ihn unglaublich gerne, da er total sympathisch beschrieben wurde und ich auch sein "Orangenschnitz"-Lächeln sehr gerne mochte. Es sollte definitiv mehr Jungs wie Linus geben!

Die Idee hinter der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. "Schau mir in die Augen, Audrey" ist Kinsellas erstes Jugendbuch und sollte definitiv nicht ihr letztes bleiben.
Auch wenn mir die Geschichte richtig gut gefallen hat und die Mischung aus Humor und ernster Thematik wirklich gelungen ist, ist trotzdem fraglich ob sich eine ähnliche Geschichte auch im realen Leben ereignen könnte. Normalerweise bin ich bei dieser Sache nicht so ernst und kann auch mal über unrealistische Ereignisse und Thematiken hinwegsehen, aber in diesem Fall ging mir Audreys Entwicklung etwas zu schnell.
Ich weis selber wie Angststörungen sind und ich weis auch, dass man aus dieser Situation nicht so schnell heraus kommt, vorallem wenn sie schon so weit fortgeschritten ist.
Trotz allem ist Audreys Entwicklung in der Geschichte bewundernswert und die kleinen Rückfälle haben das ganze auch noch etwas realistischer gemacht. Ich denke, Audrey kam auch wegen Linus schneller wieder aus ihrem "Loch" heraus, da Liebe manchmal wirklich Berge versetzen kann.
In der Hinsicht kann es wirklich sein, dass Audrey ihre Angst so schnell überwindet.
Generell finde ich das Buch und das Thema aber wirklich klasse und dieser "Kritikpunkt" stört mich im Großen und Ganzen auch nicht wirklich.
Auch wenn das Buch nach einem lockeren Jugendbuch aussieht, lehrt es einem doch viel mehr als man vielleicht denkt.
Zum einen zeigt es einen, dass man seine Zeit und Gedanken nicht an die Vergangenheit verschwenden soll und zum anderen aber auch, dass es nicht immer nur konstant nach oben gehen kann und das Leben keine "gerade Linie" ist.

Der Schreibstil ist total angenehm und dadurch lässt sich das Buch auch in einem Rutsch weglesen.
Sophie Kinsella schreibt so humorvoll und lustig, dass man oft schmunzeln muss und sich manchmal auch ein Lachen nicht verkneifen kann. 
Wenn man dieses Buch liest taucht man komplett in ihre Welt ein und vergisst alles um sich herum. Die erste Hälfte des Buchs habe ich in nur einer Stunde Zugfahrt gelesen und wäre fast an meiner Haltestelle vorbeigefahren, da die Seiten einem nur so durch die Finger fliegen.

Das Ende war auf jeden Fall zufriedenstellend, kam aber leider viel zu schnell. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können, aber alles hat auch mal ein Ende, so auch dieses Buch.
Ich hoffe aber, das Sophie Kinsella bald noch mehr Jugendbücher schreiben wird!

Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut, da ich einfach auf rosa und hellblau stehe, aber ich denke, dass es "ältere" Leser vielleicht etwas abschreckt und nur die Jüngeren anspricht.
Aber an sich passt es trotzdem gut zum Buch und vorallem zu Audrey!

Fazit

Für mich ist das Buch ein absolutes Jahreshighlight und ich kann das Buch allen nur weiterempfehlen, egal ob groß oder klein.
Ich hätte nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen würde und rate deshalb allen, sich einfach mal auf die Geschichte einzulassen.
Ich möchte jetzt garnicht mehr viel schreiben, denn das habe ich schon genug, aber für mich war das definitiv nicht das letzte Kinsella-Buch!
Ein eindeutiges 5 Kekse Buch! ♥

Kommentare:

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  2. Hey,
    ich finde das du einen wirklich sehr schönen und süßen Blog mit viel Wiedererkennungswert hast!
    Da ich erst neu in der ganzen Blog-Szene bin wirde ich mich sehr freuen wenn du einmal bei uns vorbei schauen würdest:)
    http://livsstil-byjesskathi.blogspot.de/

    Liebe Grüße
    Kathi

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  4. Hey,
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    Liebe Grüße
    Kathi

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  5. Sehr schöne Rezension hast du da geschrieben. Schau mir in die Augen, Audrey hat mir auch richtig gut gefallen. Es ist einfach so schön frisch geschrieben und behandelt trotzdem auf angenehme Weise ein ernstes Thema.
    Dein Blog ist echt schön gestaltet. Man merkt, dass du dir Mühe gegeben hast.
    Wenn duLust hast, kannst du ja mal auf meinem Blog vorbeischauen:) Bin noch ziemlich neu und würde mich über jeden freuen, der meine Seite besucht:)
    http://suesse-buecherwelt.blogspot.de/

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